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ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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und entsprechend in den zukünftigen Normen zur
Elektro- und Leittechnik abzubilden.
Bedeutung des Projekts,
Beitrag zur nuklearen Sicherheit
Das Projekt hat eine grosse Bedeutung, da der Vor-
fall in Forsmark gezeigt hat, dass sowohl bei der
Planung als auch bei der Inbetriebnahme und bei
den Wiederholungsprüfungen von Anlageteilen
Verbesserungen nötig sind. Die möglichen Szena-
rien müssen überprüft bzw. die Ausrüstungen ent-
sprechend umfassend getestet werden.
Ausblick
Für das Jahr 2012 ist die Publikation des DIDELSYS
Task Group Report und des TOP geplant. Ausser-
dem soll der Projektabschluss von DIDELSYS 2 er-
folgen.
Grundsätzlich ist der Schnittstelle Netz – KKW,
auch wenn es sich um nicht klassierte Komponen-
ten handelt, zum Beispiel bei Änderungen ein er-
höhtes Augenmerk zu schenken. Änderungen na-
tionaler bzw. globaler Art wie solche der Grund-
satzphilosophie des Netzbetreibers sind in Bezug
auf den sicheren Betrieb von Kernkraftwerken zu
untersuchen.
1.3.2 OECD IRIS_2010 – Tragwerks-
verhalten von Stahlbetonwän-
den bei Anpralllasten
Auftragnehmer: Stangenberg und Partner Inge-
nieur-GmbH, Bochum, Deutschland und Basler &
Hofmann AG, Ingenieure, Planer und Berater, Zürich
ENSI-Projektbegleiter: Christian Schneeberger
Einleitung
Das Projekt beschäftigt sich mit den Berechnungs-
methoden (Computerprogramme, vereinfachte
Modelle, empirische Formeln) für das Tragwerks-
verhalten von Stahlbetonstrukturen unter stossar-
tigen Einwirkungen und leistet damit einen Beitrag
zur Behandlung des Lastfalles Flugzeugabsturz.
Der Titel dieses Projekts lautet «Improving Robust-
ness Assessment Methodologies for Structures Im-
pacted by MissileS», kurz IRIS_2010.
Das Ziel dieses Projektes ist es, Leitlinien und ge-
eignete Methoden zur Bewertung der Integrität
von Stahlbetonstrukturen unter stossartigen Ein-
wirkungen zu entwickeln bzw. vorhandene Me-
thoden zu validieren. Das Projekt greift einerseits
auf verfügbare Daten von bereits durchgeführten
Tests zurück (sogenannte Meppen-Tests), anderer-
seits wurden neue Impact-Versuche im «VTT Tech-
nical Research Centre» in Finnland durchgeführt.
Mit unterschiedlichen Berechnungsmethoden der
verschiedenen Teilnehmer wurden die Versuchser-
gebnisse nachvollzogen bzw. vorhergesagt.
Das ENSI hatte 2010 aktiv am Benchmark-Projekt
teilgenommen und wurde von der Firma Basler &
Hofmann (B&H) unterstützt. Insgesamt hatten 28
Fachteams aus 11 Ländern (aus Europa, USA, Ka-
nada, Japan und Südkorea) Berechnungen durch-
geführt und ins Projekt eingegeben. Im Jahr 2011
kam als weiterer Experte des ENSI die Stangen-
berg und Partner Ingenieur-GmbH (SPI), Bochum,
Deutschland, hinzu. Im Jahr 2011 wurden modifi-
zierte Nachberechnungen zu den VTT-Anprallver-
suchen in Kenntnis der Versuchsergebnisse durch-
geführt.
Projektziele des Berichtsjahres
und wichtige Ergebnisse
Im Berichtsjahr wurden seitens der Projektleitung
weitere Auswertungen der Ergebnisse der teilneh-
menden Fachteams durchgeführt und die Arbeiten
am OECD-Schlussbericht begonnen. Eine Auswahl
der bisherigen Schlussfolgerungen und Empfeh-
lungen sind nachstehend aufgeführt:
❚ Von den beiden VTT-Testtypen, zum einen mit do-
minierendem Biegetragverhalten infolge Weich-
geschossaufprall (flexural tests) und zum andern
mit ausgeprägtem Durchstanztragverhalten in
Form von Hartgeschoss-Penetration/Perforation
(punching tests), konnten die Biegeversuche bes-
ser vorausgesagt werden. Bei den «Punching»-
Versuchen spielten die starken Unschärfen der
hier massgebenden dynamischen Betoneigen-
schaften eine grosse, erschwerende Rolle.
❚ Eine genaue Simulation der Versuchsergebnisse
kann nicht erwartet werden. Schäden wie Beton-
Erosion sind numerisch nur schwer zu simulieren.
❚ Die Streuung der Simulationsberechnungen ist
gross, was hauptsächlich an der Erfahrung der
Fachteams, der verwendeten Methoden, unter-
schiedlichen Annahmen der Materialkennwerte
und weniger an den eingesetzten Berechnungs-
programmen liegt.
❚ Es sollten Berechnungsprogramme verwendet
werden, mit denen die Fachteams gut vertraut
sind. Dabei sollten möglichst verschiedene nu-
merische Simulationsberechnungen durchge-
führt werden.
❚ Es sollten Sensitivitätsstudien mit Variation der
wesentlichen Parameter durchgeführt werden.
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