
ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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❚ Bestimmung von Aktiniden in Sedimentproben
«EAWAG-Klingnau-Projekt»
❚ Bestimmung von Aktiniden aus Strahlkompo-
nenten Target »M»
❚ Optimierung extraktionschromatischer Trennung
von Am und Cm aus Bodenproben mittels DGA-
Resin
1.7 Entsorgung
Mit dem Fortschreiten des Verfahrens gemäss dem
Sachplan geologische Tiefenlager wird auch die
Forschung im Bereich Entsorgung immer wich-
tiger. Bei der geologischen Tiefenlagerung radio-
aktiver Abfälle spielt die Untersuchung geeigneter
Gesteinsformationen eine zentrale Rolle. Dazu
werden hydrogeologische, geochemische und
felsmechanische Eigenschaften des Opalinustons
im Felslabor Mont Terri untersucht. Die Auslegung
eines Tiefenlagers und dessen Überwachung wird
ebenso beleuchtet wie die Eigenschaften der da-
rin einzulagernden Abfälle. Zudem werden die in
einem Tiefenlager ablaufenden physikalisch-che-
mischen Prozesse betrachtet, darunter insbeson-
dere die Gasentwicklung. Darüber hinaus beschäf-
tigen sich die Projekte mit langfristigen Prozessen,
welche die Sicherheit eines geologischen Tiefenla-
gers beeinträchtigen können, nämlich die Tiefen-
erosion durch Gletscher und die Abtragung als Fol-
ge grossräumiger tektonischer Hebung der Land-
schaft.
1.7.1 Abfallbewirtschaftung
im Vergleich
ENSI-Projektbegleiter: Markus Hugi
Einleitung
Das Projekt «Abfallbewirtschaftung im Vergleich»
ist Teil des Forschungsprogramms «Radioaktive Ab-
fälle» der Arbeitsgruppe des Bundes für die nuk leare
Entsorgung (AGNEB). Das ENSI bearbeitet dieses
Projekt gemeinsam mit dem Bundesamt für Umwelt
(BAFU), dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) so-
wie der Kommission für nukleare Sicherheit (KNS).
Nach Bedarf wurden die Abfallverursacher und die
Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioak-
tiver Abfälle (Nagra) als Experten beigezogen.
Das Projekt beinhaltet sowohl strategische als auch
technisch-wissenschaftliche Überlegungen zur ak-
tuellen Bewirtschaftung der radioaktiven und
nicht-radioaktiven Abfälle. Sie betreffen unter an-
derem die Abfallminimierung, den Umgang mit or-
ganikahaltigen radioaktiven Abfällen und die Ver-
bringung metallischer Werkstoffe in geologische
Tiefenlager.
In der Schweiz wird die Bewirtschaftung nicht-ra-
dioaktiver Abfälle im Umweltschutzgesetz, die Be-
wirtschaftung radioaktiver Abfälle im Kernener-
gie- bzw. Strahlenschutzgesetz geregelt. Im Ver-
gleich bestehen einige wichtige Unterschiede, die
beispielsweise die Verbringung organischer Abfäl-
le oder metallischer Werkstoffe in unterirdische
Deponien anbelangen. So gilt für nicht-radioak-
tive Abfälle im Bezug auf den Organikagehalt ein
verbindlicher Grenzwert, während für radioaktive
Abfälle bzgl. geologischer Tiefenlagerung die or-
ganischen Stoffe zwar zu minimieren sind, dafür
aber keine quantitative Beschränkung besteht (im
Extremfall handelt es sich bei den einzulagernden
Abfällen um bituminierte Ionenaustauscherharze
aus Kernkraftwerken). Gemäss Umweltschutzge-
setz gelten Metalle als Rohstoffe, welche von den
übrigen Abfällen zu trennen und der Wiederver-
wertung zuzuführen sind. Die metallischen Kom-
ponenten der radioaktiven Abfälle sind jedoch
häufig durchgehend aktiviert, und eine direkte
Wiederverwertung des Materials ist meistens nicht
möglich.
Projektziele des Berichtsjahres und
wichtige Ergebnisse
Das Projekt «Abfallbewirtschaftung im Vergleich»
beinhaltet eine systematische Analyse der heutigen
Bewirtschaftungspraxis für radioaktive und nicht-
radioaktive Abfälle. Es wird geprüft, ob relevante
Regelungen und Prinzipien des Umweltschutzge-
setzes in der Gesetzgebung zur Bewirtschaftung
radioaktiver Abfälle genügend berücksichtigt wer-
den. Die Studie zeigt auf, wo bei der Entsorgung
radioaktiver Abfälle diesbezüglich Handlungsbe-
darf besteht und welche Massnahmen angezeigt
sind. In Bereichen, wo kein Handlungsbedarf be-
steht, soll die Studie dafür überzeugende Begrün-
dungen liefern.
Im Berichtsjahr wurden die vorgesehenen Arbeiten
bezüglich Vermeidungspotenzial und Behand-
lungsverfahren mit einem Fachgespräch am Paul
Scherrer Institut (PSI, Sektion Rückbau und Ent-
sorgung) a/jointfilesconvert/360025/bgeschlossen. Das Gespräch bezog sich
auf die Bewirtschaftung der radioaktiven Abfäl-
le aus dem Zuständigkeitsbereich des BAG (Medi-
zin, Industrie und Forschung). Im Hinblick auf eine
möglichst geringe Gasproduktionsrate im geolo-
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