
ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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rings in einem internationalen Rahmen erörtert
wurden.
Das Projekt «Monitoringkonzept und -einrich-
tungen» läuft unter Berücksichtigung der Dauer
des EU-Projekts MoDeRn bis Dezember 2013 mit
dem Ziel, die Schlussergebnisse des MoDeRn-For-
schungsprogrammes in das Agneb-Projekt einbe-
ziehen und für das schweizerische Lagerkonzept
nutzbar zu machen.
Das Projekt «Lagerauslegung» beschäftigt sich
mit der Auslegung der verschiedenen Lagerteile
und deren Beziehung zueinander, wobei die lo-
kale geologische Situation und die Eigenschaften
des Wirtgesteins zu berücksichtigen sind. Für den
ersten Teil der Projektarbeit wurde ein Fragebogen
mit ca. 60 Fragen erstellt. Dieser wird gegenwär-
tig seitens der Experten beantwortet, und die Ant-
worten werden an gemeinsamen Sitzungen dis-
kutiert.
Aufgrund der zu Beginn des Jahres 2012 erfolgten
Präsentation von Vorschlägen der Nagra zu Stand-
orten für die Oberflächenanlagen in den Standort-
gebieten bzw. in den darum herum befindlichen
Planungsperimetern hat die Frage der Zugangs-
bauwerke eine hohe Priorität erhalten. Die Ober-
flächenanlage und die unterirdischen Anlagenteile
können entweder durch einen Schacht oder eine
Rampe oder eine Kombination aus beiden verbun-
den werden. Dabei muss auch bei einer Schacht-
verbindung nicht zwangsweise die Oberflächenan-
lage direkt oberhalb der untertägigen Anlagen zu
liegen kommen. Jedoch sind sicherheitstechnische
Vor- und Nachteile von Schacht und Rampe früh-
zeitig abzuklären, damit bei der Platzierung der
Oberflächenanlagen keine sicherheitstechnischen
Bedenken zu den Zugangsbauwerken einmal vor-
geschlagene Standorte diskreditieren.
Aufgrund der Fachgespräche innerhalb des Pro-
jekts lässt sich bezüglich Schacht und Rampe fest-
halten: Sowohl Schächte wie auch Rampen sind
grundsätzlich bautechnisch machbar, für beide be-
stehen weltweit grosse Erfahrungen. Beide Arten
der Zugangsbauwerke können auch länger als 100
Jahre unterhalten werden. Beide Varianten ha-
ben Vor- und Nachteile, welche standortspezifisch
vertieft zu betrachten sind. Keiner dieser Aspekte
schliesst jedoch aus sicherheitstechnischen Grün-
den die eine oder andere Option aus. Damit erge-
ben sich für ausserhalb der Standortgebiete plat-
zierte Oberflächenanlagen keine grundsätzlichen
Nachteile.
Parallel zum Projekt «Pilotlager» wird das Projekt
«Lagerauslegung» bis Juni 2013 dauern.
Bedeutung der Projekte, Beitrag zur
nuklearen Sicherheit
Das etappenweise Vorgehen des Sachplans erlaubt
eine schrittweise Realisierung eines geologischen
Tiefenlagers unter Berücksichtigung des jeweiligen
aktuellen Standes von Wissenschaft und Technik.
Dabei hat die Sicherheit oberste Priorität. Ferner
ist auch das in der Richtlinie ENSI-G03 geforderte
Optimierungsgebot zu berücksichtigen, gemäss
dem ein Projektant bei jedem Realisierungsschritt
auch Alternativen (z.B. in der Lagerauslegung) auf-
zuzeigen hat und seine Wahl sicherheitstechnisch
begründen muss. Die drei Projekte bilden dabei
eine wichtige Plattform, anhand derer diese Wahl
im Kreis von Experten diskutiert wird.
Die Elemente eines geologischen Tiefenlagers
umfassen gemäss Kernenergiegesetzgebung das
Hauptlager zur Aufnahme der Abfälle, das Pilot-
lager und Testbereiche. Das Hauptlager wird da-
bei so ausgelegt, dass nach Einbringung der Abfäl-
le die Stollen verfüllt und versiegelt werden, um si-
cherzustellen, dass die erforderliche passive Lang-
zeitsicherheit durch das Mehrfachbarrierensystem
gewährleistet ist, auch wenn die Zugänge der Ge-
samtanlage (Erschliessungsbauwerke) noch nicht
verschlossen sind. Die Gesetzgebung schreibt vor
dem ordnungsgemässen Verschluss des Tiefenla-
gers eine so genannte Beobachtungsphase (Mo-
nitoring) vor. Das Pilotlager dient dabei der Über-
wachung des Verhaltens der technischen Barri-
eren des Nahfelds und der Geosphäre und der
Überprüfung der Prognosemodelle, mit denen
die Langzeitsicherheit aufgezeigt wurde. Abwei-
chungen von den Modellen oder unerwartete Ent-
wicklungen des Lagersystems sollen damit recht-
zeitig erkannt werden können. Das Pilotlager hat
somit die Funktion eines Nachweislagers, welches
über die Versiegelung des Hauptlagers hinaus eine
Langzeitkontrolle ermöglicht und die Grundlagen
zum späteren Verschluss des geologischen Tiefen-
lagers liefert.
Ausblick
Der Ende 2011 erfolgte Abschluss von Etappe 1
des Sachplanverfahrens bedeutet bezüglich der in
der Schweiz angestrebten Wirtgesteine eine Ein-
schränkung auf tonige bzw. tonreiche Gesteine.
Dieser Entscheid ist in den zukünftigen Arbeiten
an den drei Agneb-Forschungsprojekten zu be-
rücksichtigen. Die für 2012 vorgesehenen Fach-
sitzungen und Expertenbefragungen konzentrie-
ren sich deshalb ausschliesslich auf Tiefenlagerpro-
jekte und Monitoringkonzepte in Tongesteinen.
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